Wie die meisten anderen Dinge auch steht der Schwibbogen für etwas Bestimmtes und hat auch eine symbolische Bedeutung.
Der Schwibbogen stand lange Zeit für das Sonnenlicht, das die Bergarbeiter in den früheren Zeiten manchmal über Wochen nicht zu Gesicht bekamen, da ihre Arbeit vor nach des Tages begann und erst nach Einbruch der Dunkelheit endete, besonders im Winter war dies häufig der Fall, aber auch im Sommer konnte es durchaus vorkommen, da die Bergleute ein hartes Leben führten und viel Arbeiten mussten.
Auch die Motive auf den ursprünglichen Modellen der Schwibbögen repräsentierten häufig Sonne, Mond und Sterne, was für das Sonnenlicht stand, nach dem sich die Bergleute sehnten und für das Licht von Mond und Sternen, das sie sahen. Häufig waren Motive auf den Schwibbögen zu finden, die aus dem Handwerk stammten, zum Beispiel typische Werkzeuge von Bergleuten oder aber Dinge, die mit dem Alltag derer Familien zusammenhingen.
All diese Motive repräsentieren das schwere Leben, dass diese Menschen führen mussten und mit ihnen auch ihre Angehörigen, denn die Kinder sahen ihre Väter manchmal kaum, da sie noch oder schon im Bett waren wenn diese zur Arbeit gingen oder nach hause kamen. Auch die Ehefrauen der Bergleute litten häufig unter dem Beruf des Mannes, da auch sie nur seltenst in den Genuss der Gesellschaft des Partners kamen.

Der Schwibbogen war ursprünglich kein typisches Symbol für Weinachten, sondern viel mehr für die Problematik der damaligen Zeit, die nur schwer oder gar nicht zu lösen war, da die Bergleute dringend gebraucht wurden und auch ihre Arbeitszeiten durch nichts zu verkürzen waren, denn die von ihnen geförderten Materialien wurden in allen Bereichen des Lebens dringend und unbedingt gebraucht und zwar in solchen Mengen, wie man sie nur fördern kann, wenn viele Menschen über lange Zeiträume arbeiten und diesen Dienst tun.
Der Anblick eines Schwibbogens gab vielen Menschen Hoffnung auf ein anderes besseres Leben oder wenigstens auf eine Verbesserung der allgemeinen Lebensbedingungen und der Arbeitsbedingungen der Bergleute, die sich teilweise bis zum Rande des Todes quälten bei ihrer harten Arbeit, die ihre ganze Kraft forderte und sie bis an die Erschöpfung auslaugte. Der Schwibbogen stand lange Zeit für das Leben der Bergleute, bis seine Bedeutung sich etwas veränderte und er irgendwann nur noch in der Weihnachtszeit in den heimischen Räumen auftauchte.
